Standaktion gegen Hafenbecken 3 © Pro Natura

Abstimmungen

Naturschutz geht nicht ohne Politik. Wir unterstützen daher immer wieder Initiativen und Referenden, welche die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen verhindern wollen.

Was nützt das schönste Naturschutzgebiet, wenn rund herum der Boden zubetoniert wird oder das Klima sich so erhitzt, dass es den einheimischen Arten zu heiss wird und sich nur noch Pflanzen und Tiere aus den Subtropen wohl fühlen? Damit das nicht passiert, braucht Naturschutz Politik. Denn in den letzten Jahrzehnten hat sich der Druck auf die Natur weiter erhöht.

Eine wichtige Möglichkeit zur politischen Einflussnahme sind kantonale und nationale Initiativen. Pro Natura Basel unterstützt daher mehrere Initiativen, mit denen die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden sollen, um die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen zu verhindern.

Aktuell: Volksinitiative Sanierung Deponie Maienbühl Riehen

Die Initiative verlangt, dass die Gemeinde Riehen ihre Quellen sowie ihre Naturschutzgebiete schützt und die mit Giftstoffen belasteten Deponien innerhalb von zehn Jahren risiko- und verursachergerecht saniert. Wo erforderlich koordiniert sie die Massnahmen grenzüberschreitend. 

Der Inhalt der in den 1940er Jahren eröffneten Deponie Maienbühl ist immer noch weitgehend unbekannt. Sie ist eine Gefahr für die Grundwasser-Schutzzonen. Es ist wichtig, diese giftige Hinterlassenschaft endlich zu sanieren. 

Pro Natura Basel ist im breit abgestützten Initiativkomitee. Wir laden deshalb alle in Riehen stimmberechtigte Mitglieder ein, diese Initiative zu unterschreiben und im persönlichen Umfeld Unterschriften zu sammeln.

Klimagerechtigkeitsinitiative Basel 2030

Klimagerechtigkeitsinitiative

Netto null Treibhausgasemissionen bis 2030, das fordert die Klimagerechtigkeitsinitiative Basel 2030. Nur wenn jetzt gehandelt wird, lassen sich die gravierendsten Folgen für Mensch und Umwelt verhindern.

Die Klimaerhitzung bedroht nicht nur Mensch und Gesellschaft, sondern auch Ökosysteme. Selbst in der Schweiz trocknen Flüsse und Seen aus, und Flora und Fauna geraten durch invasive Arten und veränderte Klimazonen unter Druck. Auch in Basel sind die Auswirkungen zu sehen: Sogar die grossen Alleebäume werfen frühzeitig ihre Blätter ab und Igel und andere Tiere sind immer häufiger auf der Suche nach Wasser. Damit die Biodiversität in der Schweiz erhalten bleibt, braucht es lokalen und globalen Klimaschutz.

Die bisherigen Klimaschutz-Massnahmen reichen bei Weitem nicht aus: Das CO2-Budget, das uns noch übrig bleibt, wenn wir die Erderwärmung unter 1,5 Grad halten wollen, werden wir schon vor 2030 aufgebraucht haben. Die Klimagerechtigkeitsinitiative Basel 2030 fordert deshalb, die Treibhausgasemissionen im Kanton mit verbindlichen Absenkpfaden auf netto null zu senken. Zudem soll die 1,5-Grad-Obergrenze als Leitprinzip in der Verfassung verankert werden.

Städten wie Basel, die grosse CO2-Emittenten und zugleich wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zentren sind, kommt eine Pionierrolle zu. Nur wenn diese vorangehen, kann ein globaler Wandel stattfinden. Basel 2030 fordert, dass dieser Wandel sozial, ökologisch und global gerecht geschieht. Lokaler Klimaschutz ist eine Chance für eine lebenswerte, naturnahe und kühle Stadt. 

Pro Natura Basel empfiehlt für die Abstimmung in Basel am 27. November: 2 x JA und in der Stichfrage für die Klimagerechtigkeitsinitiative. Am Samstag, 22. Oktober und Samstag, 12. November 2022 lädt die Initiative alle Pro Natura Mitglieder zu Aktionstagen ein. Weitere Informationen auf basel2030.ch.

Stadtklima-Initiativen

Städte und Agglomerationen werden zunehmend verbaut und verdichtet. Sie heizen sich tagsüber mehr auf und kühlen nachts weniger ab. Mit der Klimaerwärmung führt dies zu einer zusätzlichen Hitzebelastung für die Bevölkerung. Mit der Reduktion von Grünflächen verschwinden auch Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die Biodiversität sinkt.

Die Stadtklima-Initiativen umfassen zwei Initiativen: Die „Gute-Luft-Initiative“ will während 10 Jahren jährlich je ein halbes Prozent der Strassenfläche in Grünräume bzw. Flächen für den umweltfreundlichen Verkehr umwandeln. Dies soll ein kühleres Stadtklima bewirken, die Lebensqualität steigern, für bessere Luft und mehr Biodiversität sorgen. Die „Zukunfts-Initiative“ will Strassenflächen in Flächen für ÖV, Fuss- oder Veloverkehr umwandeln, um eine zukunftsweisende Mobilität zu fördern. 

Die Initiativen wurden eingereicht. Der Regierungsrat hat inzwischen zwei Gegenvorschläge ausgearbeitet und die zentralen Forderungen aufgenommen. Bis in rund zehn Jahren sollen 100'000 Quadratmeter des öffentlichen Raums entsiegelt werden und zusätzliche 140'000 Quadratmeter dem Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr zugutekommen. Zudem möchte der Basler Regierungsrat 1'000 Bäume pflanzen.

Biodiversitätsinitiative und Landschaftsinitiative

Durch industrielle Bewirtschaftung und anhaltende Bautätigkeit gehen natürliche Lebensräume verloren. Über ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz ist gefährdet. Das Insektensterben ist ein Alarmzeichen dieser Entwicklung. Die Biodiversitätsinitiative fordert mehr Flächen, die im Einklang mit der Natur bewirtschaftet werden, mehr Schutzgebiete und mehr Gelder für die Förderung von Biodiversität.

Die Bautätigkeit ausserhalb der Bauzonen zerstückelt und zerstört unsere Landschaft. Tiere und Pflanzen verlieren dadurch ihre Lebensgrundlage. Wir Menschen finden immer weniger Erholungsräume. Die eidgenössische Landschaftsinitiative will die Verbauung unserer Landschaft stoppen und den Boden schonen. Das Bauen ausserhalb der Bauzonen soll strengen Regeln unterstellt werden. Zudem sollen naturnahe Flächen für Pflanzen und Tiere sowie das notwendige Kulturland für die einheimische Nahrungsproduktion gesichert werden. 

Dieser kurze Film hier fasst die Ziele der beiden Initiativen zum Schutz der Vielfalt von Natur und Landschaft zusammen.

Die Biodiversitäts- und die Landschaftsinitiative wurden gemeinsam im September 2020 eingereicht. Auch Pro Natura Basel hatte viele Unterschriften gesammelt. Der Bundesrat will die Anliegen in zwei indirekten Gegenvorschlägen aufgreifen.  

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