Doppelinitiativen

Abstimmungen

Naturschutz geht nicht ohne Politik. Wir unterstützen daher immer wieder Initiativen und Referenden, welche die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen verhindern wollen.

Was nützt das schönste Naturschutzgebiet, wenn rund herum der Boden zubetoniert wird oder das Klima sich so erhitzt, dass es den einheimischen Arten zu heiss wird und sich nur noch Pflanzen und Tiere aus den Subtropen wohl fühlen? Damit das nicht passiert, braucht Naturschutz Politik. Denn in den letzten Jahrzehnten hat sich der Druck auf die Natur weiter erhöht.

Eine wichtige Möglichkeit zur politischen Einflussnahme sind kantonale und nationale Initiativen. Pro Natura Basel unterstützt daher mehrere Initiativen, mit denen die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden sollen, um die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen zu verhindern. 

Aktuell unterstützen wir zwei Initiativen, welche auf lokaler und städtischer Ebene griffigere Massnahmen gegen die Klimaerwärmung fordern sowie zwei Initiativen zum Schutz der Vielfalt von Boden, Natur, Landschaft und Baukultur in der Schweiz.

 

Klimagerechtigkeitsinitiative

Klimagerechtigkeitsinitiative Basel 2030

Im Februar 2019 rief der Basler Grosse Rat den Klimanotstand aus. Konkrete Taten sind bisher kaum erfolgt und so hat ein breit aufgestelltes Komitee die Klimagerechtigkeitsinitiative Basel 2030 lanciert. Diese fordert schnell wirksame, konkrete und sozialverträgliche Massnahmen gegen die Klimaerhitzung. Die Region Basel soll ihren Teil dazu beitragen, dass die Erderhitzung nicht über 1,5 Grad Celsius ansteigt. Konkret wollen die Initianten die Treibhausgasemissionen im Kanton bis 2030 auf netto null senken.

Die nötigen Unterschriften wurden im Oktober 2020 eingereicht. Der Termin für die Abstimmung steht noch nicht fest.

 

Stadtklima-Initiativen

Städte und Agglomerationen werden zunehmend verbaut und verdichtet. Sie heizen sich tagsüber mehr auf und kühlen nachts weniger ab. Mit der Klimaerwärmung führt dies zu einer zusätzlichen Hitzebelastung für die Bevölkerung. Mit der Reduktion von Grünflächen verschwinden auch Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die Biodiversität sinkt.

Die Stadtklima-Initiativen umfassen zwei Initiativen: Die „Gute-Luft-Initiative“ will während 10 Jahren jährlich je ein halbes Prozent der Strassenfläche in Grünräume bzw. Flächen für den umweltfreundlichen Verkehr umwandeln. Dies soll ein kühleres Stadtklima bewirken, die Lebensqualität steigern, für bessere Luft und mehr Biodiversität sorgen. Die „Zukunfts-Initiative“ will Strassenflächen in Flächen für ÖV, Fuss- oder Veloverkehr umwandeln, um eine zukunftsweisende Mobilität zu fördern. 

Bitte die Stadtklima-Initiativen hier unterschreiben.

 

Biodiversitätsinitiative 

Durch industrielle Bewirtschaftung und anhaltende Bautätigkeit gehen natürliche Lebensräume verloren. Über ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz ist gefährdet. Das Insektensterben ist ein Alarmzeichen dieser Entwicklung. Die Biodiversitätsinitiative fordert mehr Flächen, die im Einklang mit der Natur bewirtschaftet werden, mehr Schutzgebiete und mehr Gelder für die Förderung von Biodiversität.

Landschaftsinitiative

Die Bautätigkeit ausserhalb der Bauzonen zerstückelt und zerstört unsere Landschaft. Tiere und Pflanzen verlieren dadurch ihre Lebensgrundlage. Wir Menschen finden immer weniger Erholungsräume. Die eidgenössische Landschaftsinitiative will die Verbauung unserer Landschaft stoppen und den Boden schonen. Das Bauen ausserhalb der Bauzonen soll strengen Regeln unterstellt werden. Zudem sollen naturnahe Flächen für Pflanzen und Tiere sowie das notwendige Kulturland für die einheimische Nahrungsproduktion gesichert werden. 

Dieser kurze Film hier fasst die Ziele der beiden Initiativen zum Schutz der Vielfalt von Natur und Landschaft zusammen.

Die Biodiversitäts- und die Landschaftsinitiative wurden gemeinsam im September 2020 eingereicht. Auch Pro Natura Basel hatte viele Unterschriften gesammelt. Der Bundesrat will die Anliegen in zwei indirekten Gegenvorschlägen aufgreifen.  

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