Doppelinitiativen

Abstimmungen

Naturschutz geht nicht ohne Politik. Wir unterstützen daher immer wieder Initiativen und Referenden, welche die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen verhindern wollen.

Was nützt das schönste Naturschutzgebiet, wenn rund herum der Boden zubetoniert wird oder das Klima sich so erhitzt, dass es den einheimischen Arten zu heiss wird und sich nur noch Pflanzen und Tiere aus den Subtropen wohl fühlen? Damit das nicht passiert, braucht Naturschutz Politik. Denn in den letzten Jahrzehnten hat sich der Druck auf die Natur weiter erhöht.

Eine wichtige Möglichkeit zur politischen Einflussnahme sind kantonale und nationale Initiativen. Pro Natura Basel unterstützt daher mehrere Initiativen, mit denen die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden sollen, um die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen zu verhindern.

CO2-Gesetz

Angesichts der Klimaerwärmung dürfen wir nicht länger mit dem Handeln zuwarten. Das neue CO2-Gesetz legt erstmals gesetzlich fest, dass die globale Erwärmung unter 2 Grad Celsius zu halten und möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen ist. Um dieses Ziel zu erreichen, will die Schweiz ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 halbieren, wobei drei Viertel dieser Reduktion im Inland erfolgen soll.

Ein Komitee aus Wirtschaftsverbänden hat mit Unterstützung der SVP das Referendum gegen das CO2-Gesetz ergriffen. Kurzfristiges Profitdenken wird dabei über das Wohl von Mensch und Umwelt gestellt. 

Pro Natura Basel findet: Klimaschutz heisst „Ja“ zum revidierten CO2-Gesetz. Bundesrat, Parlament, fast alle Parteien, ein grosser Teil der Wirtschaft und über 100 zivilgesellschaftliche Organisationen unterstützen das Gesetz ebenfalls. Weitere Informationen finden Sie unter Klimaschutz-ja.

Diese Abstimmung findet ebenfalls am 13. Juni 2021 statt.

Trinkwasserinitiative und Pestizidinitiative

Die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide und Antibiotika gefährden das Trinkwasser und damit unsere Gesundheit. Auch der überhöhte Tierbestand für die Produktion von Fleisch und Eiern, der erst durch massive Futterimporte möglich wird, führt durch die Gülleüberschüsse zu einer massiven Verschmutzung des Trinkwassers mit krebserregendem Nitrat.

Die Trinkwasserinitiative verlangt, dass die Agrarsubventionen künftig in eine pestizidfreie Lebensmittelproduktion fliessen. Antibiotika sollen nicht mehr prophylaktisch eingesetzt werden und der Tierbestand soll nur noch mit einheimischem Futter ernährt werden dürfen. Damit wird nicht nur unser Trinkwasser geschützt, sondern auch die Vielfalt unserer einheimischen Pflanzen, Vögel, Insekten und Fische.

Die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide fordert, dass nach einer Umstellungszeit von zehn Jahren alle Lebensmittel ohne synthetische Pestizide produziert werden. Das gilt für Produkte aus der Schweiz wie für Importe. Auch nicht-landwirtschaftliche Betriebe, die öffentliche Hand und Private dürfen keine synthetischen Pestizide mehr verwenden.

Die Initiativen kommen am 13. Juni 2021 zur Abstimmung. Pro Natura Basel unterstützt sie und empfiehlt 2xJa zu stimmen. 

Klimagerechtigkeitsinitiative Basel 2030

Klimagerechtigkeitsinitiative

Im Februar 2019 rief der Basler Grosse Rat den Klimanotstand aus. Konkrete Taten sind bisher kaum erfolgt und so hat ein breit aufgestelltes Komitee die Klimagerechtigkeitsinitiative Basel 2030 lanciert. Diese fordert schnell wirksame, konkrete und sozialverträgliche Massnahmen gegen die Klimaerhitzung. Die Region Basel soll ihren Teil dazu beitragen, dass die Erderhitzung nicht über 1,5 Grad Celsius ansteigt. Konkret wollen die Initianten die Treibhausgasemissionen im Kanton bis 2030 auf netto null senken.

Die nötigen Unterschriften wurden im Oktober 2020 eingereicht. Der Termin für die Abstimmung steht noch nicht fest.

Stadtklima-Initiativen

Städte und Agglomerationen werden zunehmend verbaut und verdichtet. Sie heizen sich tagsüber mehr auf und kühlen nachts weniger ab. Mit der Klimaerwärmung führt dies zu einer zusätzlichen Hitzebelastung für die Bevölkerung. Mit der Reduktion von Grünflächen verschwinden auch Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die Biodiversität sinkt.

Die Stadtklima-Initiativen umfassen zwei Initiativen: Die „Gute-Luft-Initiative“ will während 10 Jahren jährlich je ein halbes Prozent der Strassenfläche in Grünräume bzw. Flächen für den umweltfreundlichen Verkehr umwandeln. Dies soll ein kühleres Stadtklima bewirken, die Lebensqualität steigern, für bessere Luft und mehr Biodiversität sorgen. Die „Zukunfts-Initiative“ will Strassenflächen in Flächen für ÖV, Fuss- oder Veloverkehr umwandeln, um eine zukunftsweisende Mobilität zu fördern. 

Bitte die Stadtklima-Initiativen hier unterschreiben.

Biodiversitätsinitiative und Landschaftsinitiative

Durch industrielle Bewirtschaftung und anhaltende Bautätigkeit gehen natürliche Lebensräume verloren. Über ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz ist gefährdet. Das Insektensterben ist ein Alarmzeichen dieser Entwicklung. Die Biodiversitätsinitiative fordert mehr Flächen, die im Einklang mit der Natur bewirtschaftet werden, mehr Schutzgebiete und mehr Gelder für die Förderung von Biodiversität.

Die Bautätigkeit ausserhalb der Bauzonen zerstückelt und zerstört unsere Landschaft. Tiere und Pflanzen verlieren dadurch ihre Lebensgrundlage. Wir Menschen finden immer weniger Erholungsräume. Die eidgenössische Landschaftsinitiative will die Verbauung unserer Landschaft stoppen und den Boden schonen. Das Bauen ausserhalb der Bauzonen soll strengen Regeln unterstellt werden. Zudem sollen naturnahe Flächen für Pflanzen und Tiere sowie das notwendige Kulturland für die einheimische Nahrungsproduktion gesichert werden. 

Dieser kurze Film hier fasst die Ziele der beiden Initiativen zum Schutz der Vielfalt von Natur und Landschaft zusammen.

Die Biodiversitäts- und die Landschaftsinitiative wurden gemeinsam im September 2020 eingereicht. Auch Pro Natura Basel hatte viele Unterschriften gesammelt. Der Bundesrat will die Anliegen in zwei indirekten Gegenvorschlägen aufgreifen.  

Das könnte sie auch interessieren

Frei­willi­ge­nar­beit

Um die Schutzgebiete in ihrer Vielfalt zu erhalten,…