Naturschutzgebiet Horngraben Muschelkalkwand © Daniel Rüetschi

Weitere Schutzgebiete

Pro Natura Basel betreut weitere schützenswerte Gebiete in der Umgebung. Jedes ist einzigartig und als Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten wertvoll. Mit regelmässigen Pflegemassnahmen werden sie erhalten und wenn möglich aufgewertet.

Hafenbecken 1

Das 690 m2 grosse Gebiet liegt an der Westseite der Hafenquai-Böschung auf stark kohlestaubhaltigen Schottern. Es umfasst je zur Hälfte eine artenarme Glatthaferwiese und einen artenreichen ruderalen Rasen. Eine Pflegegruppe von Pro Natura Basel nahm sich 1986 der Fläche an, als vorgesehen war, die Böschung wegen der Erosionsgefahr zu betonieren. Das Areal ist durch den Hafenbetriebs nicht öffentlich zugänglich, jedoch vom Gelpke-Brunnen an der Westquaistrasse her gut einsehbar. 

Typische Pflanzenarten im ruderalen Rasen sind der Natternkopf, der Schmalblättrige Doppelsame, das Mauer-Hungerblümchen oder die Sprossende Felsennelke. Das Pflegegebiet wird von einem grösseren Bestand an Mauereidechsen besiedelt.

Zwölfjucharten

Das Reservat liegt nördlich des Zwölfjuchartenwegleins am Abhang des Bruderholzplateaus in der Nähe der Motorfahrzeugprüfstation. Es umfasst einen 0.25 ha grossen Halbtrockenrasen, der jedoch in einigen Bereichen wegen des Nährstoffeintrags aus einem Acker zu einer Glatthaferwiese tendiert.

An typischen Pflanzenarten finden sich z.B. Wiesensalbei, Tauben-Skabiose, Thymian und Aufrechte Trespe. Von diesem Pflanzenangebot profitieren der Schachbrettfalter und fünf weitere Schmetterlingsarten. Auch sieben Heuschreckenarten, darunter die Feldgrille, leben hier.

Etzmatten

Das 2 ha grosse Schutzgebiet liegt mitten in den Langen Erlen und grenzt direkt an das Entenweiher-Reservat der Ornithologischen Gesellschaft Basel. Das Gebiet ist vom Erlensträsschen aus gut einsehbar.

Im Verlauf der letzten Jahre wurde das vorhandene Eschen-Stangenholz stark aufgelichtet, so dass ein strauchreicher Laubwald mit Weiden und Eichen entstanden ist. Da das Areal in der Grundwasserschutzzone 1 liegt, ist es nicht öffentlich zugänglich und daher für Feldhasen und Rehe als Rückzugsgebiet beliebt.

Horngraben

Nach einer Waldzusammenlegung in Riehen wurde Pro Natura Basel im Jahre 1982 Servitutseignerin einer 3.2 ha grossen Waldparzelle am Ausserberg zwischen dem Friedhof Hörnli und dem Grenzacher Horn. Das Gebiet grenzt direkt an das 100 ha grosse deutsche Schutzgebiet «Buchswald» am Grenzacher Horn». Das Reservat umfasst neben einem ehemaligen Steinbruch mit einem Hauptmuschelkalk-Aufschluss mehrere Buchenaltholz-Bestände.

Das Reservat wurde nach dem Sturm Lothar mit der Sturmholzfläche auf 6.5 ha vergrössert und jegliche Nutzung eingestellt (Totalreservat). Es ist kantonal geschützt und dient auch als ökologische Ausgleichsmassnahme für eine zerstörte Magerwiese im benachbarten Friedhof Hörnli.

Die grossen alten Stämme werden in den nächsten Jahrzehnten einen wertvollen Lebensraum für Pilze und totholzbewohnende Insekten darstellen.

Bechtle-Areal

Seit 2006 ist Pro Natura Basel Pächterin des 0.5 ha grossen Bechtle-Areals beim Bäumlihofgut zwischen Riehen und Basel. Die vorgängig als Rhododendron-Gärtnerei genutzte Fläche lag über 15 Jahre brach. Grosse Mengen an Bauschutt, Hauskehricht und Gärtnereiabfällen wurden abgefahren. Mit Hilfe der Stadthelfer, engagierten Sozialhilfeempfängern der Stadt Basel und finanzieller Unterstützung der Otto Erich Heynau-Stiftung sowie INTERREG entstand in aufwendiger Arbeit ein strukturreiches Pro Natura Reservat mit einer Vielfalt an einheimischen Sträuchern, Obstbäumen und Kiesflächen, Holz- und Steinhaufen, einer Trockenmauer sowie zwei Teichen.

Es dient als Rückzugsgebiet für Flora und Fauna und ist daher nicht öffentlich zugänglich. Neben Feldhase, Fuchs und Dachs kommen auch mindestens sechs Schmetterlingsarten (darunter der Dunkelbraune Bläuling) sowie mindestens vier Heuschreckenarten vor (z.B. die Blauflügelige Ödlandschrecke).

Mooswäldeli

Das 2800 m2 grosse Pflegegebiet zwischen Moos- und Rheintalweg im Riehener Mittelfeld besteht aus einem seltenen Bach-Eschenwald. Der Moosbach kann im relativ wild erscheinenden Areal frei fliessen. Um den auenähnlichen Bestand zu erhalten, staut der Revierförster den Bach am Ausgang des Gebiets periodisch auf. Direkt am Ausgang führt ein Fussweg vorbei, der einen guten Einblick ins Mooswäldeli erlaubt.

Neben efeureichen Eschen in der Baumschicht finden sich im Unterwuchs vermoderndes Totholz und typische Nässezeiger wie z.B. die Sumpfdotterblume oder die Scharfkantige Segge. Besonders in den Randbereichen des Reservats kommen viele einheimische Sträucher vor.

Riesimatten

Die südwestexponierte, 2800 m2 grosse Magerwiese liegt oberhalb des Dorfes Bettingen, südlich des Bettinger Trinkwasserreservoirs. Das Schutzgebiet, das westlich und östlich von Buchenwäldern begrenzt wird, beinhaltet einen der arten- und blumenreichsten Halbtrockenrasen im Kanton Basel-Stadt. Durch das Areal führt ein asphaltierter Fussweg.

Typische Arten wie die Wiesenflockenblume, das Nickende Leimkraut, der Wiesensalbei, die Ackerwitwenblume oder die Tauben-Skabiose bestimmen mit ihren Blütenfarben je nach Saison den Aspekt der Wiese. Auch seltene Pflanzen wie der Grosse Ehrenpreis oder die Karthäusernelke finden sich im Gebiet.

Schiessstand

Das Pflegegebiet war ursprünglich nur gerade 100 m2 gross und liegt am Westrand des Bettinger Schiessstandes. In den letzten Jahren wurde es durch die Rücksetzung des Waldrandes auf das Vierfache vergrössert. Es umfasst einen sehr artenreichen, typischen Halbtrockenrasen und ist Teil einer grösseren Magerwiese, die südlich daran anschliesst. Das Gebiet liegt etwas abseits der Wege.

Typische Pflanzenarten sind die Zypressen-, die Mandelblättrige und die Warzen-Wolfsmilch sowie die Tauben-Skabiose, der Wundklee, die Kleine Bibernelle oder das Sichelblättrige Hasenohr. Von diesen Pflanzen profitieren Schmetterlinge wie z.B. der Himmelblaue Bläuling oder der Kleine Heufalter. Ein grösserer Zauneidechsenbestand besiedelt das Reservat und dessen weitere Umgebung.

Linsbergweg

Das jüngste Schutzgebiet mit knapp 1300 m2 liegt ganz im Nordwesten der Gemeinde Bettingen zwischen dem Linsbergweg und dem Vormbergweg. Es wurde uns 2017 von einer ehemaligen Revisorin geschenkt und umfasst zu jeweils rund einem Viertel Flächen mit Sträuchern, Brennnesseln, Brombeeren und Wald.

Wir werden die Fläche im Lauf der nächsten Jahre roden, kleine Tümpel, Gräben oder Wannen für Gelbbauchunken einbauen, die vorhandenen Sträucher wie Weissdorn, Rosen, Heckenkirschen und Liguster am Waldrand für Vögel und Insekten fördern sowie im Waldrandbereich Holzhaufen für Insekten, Spinnen und Reptilien anlegen.

Geebli

In einem Seitentälchen des Chlustälchens östlich des Dorfes Blauen liegt etwas abseits des Wegs das knapp 0.9 ha grosse Schutzgebiet Geebli. Durch eine Schenkung des Vereins «Pfadfinderheime Zytröseli» wurde Pro Natura Basel im Jahre 1986 Eigentümerin der Parzelle.

Das Schutzgebiet besteht etwa zur Hälfte aus einem Buchen-Hainbuchen-Mischbestand und einer Wiese, die wiederum etwa je zur Hälfte eine schattig-feuchte, artenarme Kohldistelwiese und einen artenreichen ruderalen Halbtrockenrasen umfasst. Letzterer beherbergt z.B. die Pyramidenorchis, den Heilziest, das Ochsenauge und die Knäuelige Glockenblume oder auch typische Saumarten wie den Dost oder die Akelei.

Lätteloch

Die 1.1 ha grosse, südexponierte, bereits seit 1965 von Pro Natura Basel gepflegte Lehmgrube liegt im Gebiet «Hinterhärd» der Gemeinde Blauen nahe der Grenze zur Gemeinde Nenzlingen. Das Gebiet ist von einem Feldweg aus erreichbar, der in der grossen 90°-Kurve des Nenzlingerwegs abzweigt. Ein Fusspfad erschliesst das Schutzgebiet, welcher nicht verlassen werden sollte.

Schwerpunkt des Gebietes ist eine Orchideen-Pfeifengras-Schilfwiese, in der mehrere Hundert Blühsprosse der Sumpf-Stendelwurz, aber auch die Mückenhändelwurz, das Gefleckte Knabenkraut und das Zweiblatt sowie das Weisse und das Grünliche Breitkölbchen vorkommen. Im unteren Teil der Wiese findet sich auch noch ein Weiher. Gut zu hören ist im Frühsommer die Geburtshelferkröte («Glögglifrosch»). 2018 wurde in der angrenzenden Parzelle ein neuer Weiher für sie angelegt.

Rütihard

Die Rütihard ist nach dem Horngraben mit 3.1 ha das zweitgrösste Schutzgebiet von Pro Natura Basel. Es wurde 1979 von den Geschwistern Wieland geschenkt und liegt südlich des Rütihardhofs entlang des Velowegs zwischen Muttenz und Münchenstein. Es grenzt direkt an das kantonale Schutzgebiet «Rütihard-Rothallen» und umfasst je zur Hälfte eine teilweise sehr artenreiche Magerwiese sowie einen Buchen-Altholzbestand. Der Waldteil ist als Totalreservat ausgeschieden und besitzt eine Lothar-Sturmschadenfläche mit mehreren Dutzend grosser umgestürzter Buchen. Das Gebiet ist nicht öffentlich zugänglich, die Wiese jedoch vom Veloweg aus hervorragend einsehbar.

In der Wiese finden sich zahlreiche botanische Kostbarkeiten: Pyramidenorchis, Fuch’s Knabenkraut, Bienen- und Hummelragwurz, Mückenhändelwurz und Helmorchis. Typische Arten der Halbtrockenrasen sind ebenfalls gut vertreten. Wiesenflockenblume, Wiesensalbei, Wundklee, Tauben-Skabiose und viele andere kommen vor. Im Gebiet häufig ist der Schwarzdorn, die Nahrungspflanze des ebenfalls vorkommenden Schlehenzipfelfalters.

Chrischonatal

Auf einer Fläche von rund 3400 m2 beherbergt das Reservat eine ruderale Magerwiese, eine Waldlichtung und einen relativ gut ausgeprägten Waldrand mit vielen Sträuchern. Die Landesgrenze Schweiz/Deutschland verläuft auf einem Fussweg, der den Inzlingerweg im Süden mit dem Britzigerweg im Norden verbindet, direkt entlang der Westseite der Magerwiese.

Neben Zypressen-, Warzen- und Mandelblättriger Wolfsmilch enthält die Magerwiese beispielsweise auch die Skabiosen-Flockenblume, den Wundklee, die Herbstzeitlose und den Dost. Das Gebiet wird spät gemäht und ist deshalb ein hervorragender Lebensraum für Spinnen (Wespenspinnen) und für Schmetterlinge (Schachbrettfalter, Gelbwürfeliger Dickkopffalter, Brauner Waldvogel, Kaisermantel). Im Reservat und seiner Umgebung lebt ein grosser Zauneidechsen-Bestand.

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