DB-Areal im Abendlicht © F. Maike

Bauprojekt gefährdet Naturschutzgebiet

Referendum Hafenbecken 3

Ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung ist durch die Grossprojekte Hafenbecken 3 und Gateway Basel Nord bedroht. Pro Natura Basel setzt sich auf politisch und rechtlich ein für das Naturschutzgebiet «Badischer Bahnhof».

Auf dem ehemaligen DB-Rangierbahnhof bedroht ein überdimensioniertes Bauprojekt einen für die Region ökologisch einzigartigen Lebensraum. Ein drittes Hafenbecken sowie ein Umschlagterminal für Container würden ein national geschütztes Naturschutzgebiet zerstören. Die Natur auf dem Gebiet kann nicht ersetzt werden. Es gibt schlicht keine Flächen von vergleichbarer Qualität und Ausdehnung mehr.

Oliver Balmer
Präsident Pro Natura Basel
Tel. 079 558 65 36
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Quendelschnecke © P. Müller © P. Müller
Auch Quendelschnecken sind auf Trockenwiesen angewiesen.

Zwischen der Wiese und der Grenze zu Weil am Rhein liegt ein Paradies für Flora und Fauna. Das 20 ha grosse Areal ist im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung als «Badischer Bahnhof» (Objekt 232) verzeichnet. Es ist einer der wertvollsten Trockenlebensräume der Schweiz. 

Das Areal beherbergt eine Vielzahl von äusserst seltenen Pflanzen- und Tierarten. Zudem ist es das Herzstück des ökologischen Vernetzungskorridors vom Oberrhein zum Hochrhein und Mittelland. Diese internationale Bedeutung wird wegen der durch den Klimawandel verursachten Artenwanderungen noch zunehmen.

Im Rahmen des Projektes Gateway Basel Nord sind ein Container-Terminal  und ein neues Hafenbecken 3 geplant: Zuerst soll ein neuer Container-Terminal gebaut werden für den Umschlag zwischen Schiene und Strasse. Mit dem geplanten neuen Hafenbecken 3 bekommt der Terminal Anschluss an den Rheinhafen und wird für den Umschlag zwischen Schiff, Schiene und Strasse genutzt.

Das neue Hafenbecken würde es dem Kanton Basel-Stadt ermöglichen, in einem Teil des bestehenden Hafens attraktive Wohnungen und Arbeitsplätzen zu bauen. Der Containerterminal könnte – ohne Hafenanschluss – auch woanders in der Schweiz stehen. Ursprünglich war es nämlich als «Gateway Limmattal» im Mittelland geplant.

Das Projekt dient einzig den wirtschaftlichen Interessen von Kanton sowie Hafen- und Terminalbetreibern. Mit dem Projekt «Gateway Basel Nord» soll in Zeiten der Biodiversitätskrise ein bestehender Lebensraum von nationaler Bedeutung, in dem sich die Vielfalt an Tieren und Pflanzen über Jahrzehnte entwickeln konnte, rein wirtschaftlichen Interessen geopfert werden. Das ist inakzeptabel und Pro Natura Basel-Stadt wehrt sich auf rechtlichem und politischem Weg.

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